Was ist Futures Trading? Futures einfach erklärt
Futures Trading ist der Handel mit Futures, also standardisierten Terminkontrakten an Börsen wie der CME oder der Eurex. Ein Future ist die verbindliche Vereinbarung, einen Basiswert wie den S&P 500, Rohöl oder Gold zu einem heute festgelegten Preis an einem späteren Termin zu kaufen oder zu verkaufen. Die meisten Trader schließen ihre Position lange vor dem Verfall. Das Wichtigste in Kürze * Handelsplatz: regulierte Terminbörsen wie CME (USA) und Eurex (Europa) * Standardisierung: feste Ko
Futures Trading ist der Handel mit Futures, also standardisierten Terminkontrakten an Börsen wie der CME oder der Eurex. Ein Future ist die verbindliche Vereinbarung, einen Basiswert wie den S&P 500, Rohöl oder Gold zu einem heute festgelegten Preis an einem späteren Termin zu kaufen oder zu verkaufen. Die meisten Trader schließen ihre Position lange vor dem Verfall.
Das Wichtigste in Kürze
- Handelsplatz: regulierte Terminbörsen wie CME (USA) und Eurex (Europa)
- Standardisierung: feste Kontraktgröße, feste Tick-Werte und feste Verfallstermine
- Hebel: entsteht über die Margin, die nur einen kleinen Teil des Kontraktwerts ausmacht
- Kosten: Kommission, Börsengebühren und Marktdaten, kein Aufschlag des Brokers im Kurs
- Einstieg: Micro Futures, die nur einen Bruchteil eines Standardkontrakts abbilden
- Risiko: Verluste können die hinterlegte Margin übersteigen
Wie funktioniert ein Future?
Beim Futures Trading handelst du nicht den Basiswert selbst, sondern einen Kontrakt darauf. Kaufst du einen Future (long), profitierst du von steigenden Kursen. Verkaufst du einen Future (short), profitierst du von fallenden Kursen. Short zu gehen ist dabei genauso einfach wie long.
Jeder Future hat feste Eckdaten, die die Börse vorgibt:
- Kontraktgröße: Wie viel vom Basiswert ein Kontrakt abbildet, zum Beispiel 5 US-Dollar pro Indexpunkt beim Micro E-mini S&P 500.
- Tick: die kleinste mögliche Kursbewegung, zum Beispiel 0,25 Indexpunkte.
- Tick-Wert: wie viel Geld ein Tick pro Kontrakt wert ist, zum Beispiel 1,25 US-Dollar.
- Verfallstermin: der Tag, an dem der Kontrakt endet.
Dein Ergebnis berechnest du so: Gewinn oder Verlust = Anzahl Ticks × Tick-Wert × Anzahl Kontrakte
Beispiel: Du kaufst einen Micro E-mini S&P 500 (MES) bei 6.000 Punkten und verkaufst ihn bei 6.010 Punkten. Das sind 10 Punkte oder 40 Ticks. Dein Gewinn: 40 × 1,25 US-Dollar = 50 US-Dollar vor Kosten. Mit dem großen E-mini (ES) wären es 500 US-Dollar.
Gewinne und Verluste werden täglich mit deinem Konto verrechnet (Mark-to-Market). Für jede Position verlangt die Börse eine Sicherheitsleistung, die Initial Margin. Viele Broker setzen für Positionen, die am selben Tag geschlossen werden, zusätzlich eine niedrigere Intraday-Margin an. Ein MES hat bei 6.000 Punkten einen Kontraktwert von 30.000 US-Dollar, du hinterlegst aber nur einen Bruchteil davon. Daraus entsteht der Hebel.
Die wichtigsten Futures im Überblick
| Future | Kürzel | Börse | Kontraktgröße | Tick-Größe | Tick-Wert |
|---|---|---|---|---|---|
| E-mini S&P 500 | ES | CME | 50 $ × Index | 0,25 Punkte | 12,50 $ |
| Micro E-mini S&P 500 | MES | CME | 5 $ × Index | 0,25 Punkte | 1,25 $ |
| E-mini Nasdaq 100 | NQ | CME | 20 $ × Index | 0,25 Punkte | 5,00 $ |
| Micro E-mini Nasdaq 100 | MNQ | CME | 2 $ × Index | 0,25 Punkte | 0,50 $ |
| DAX-Future | FDAX | Eurex | 25 € × Index | 1 Punkt | 25 € |
| Mini-DAX-Future | FDXM | Eurex | 5 € × Index | 1 Punkt | 5 € |
| Micro-DAX-Future | FDXS | Eurex | 1 € × Index | 1 Punkt | 1 € |
| WTI Rohöl | CL | CME (NYMEX) | 1.000 Barrel | 0,01 $ | 10 $ |
| Micro WTI Rohöl | MCL | CME (NYMEX) | 100 Barrel | 0,01 $ | 1 $ |
| Gold | GC | CME (COMEX) | 100 Feinunzen | 0,10 $ | 10 $ |
| Micro Gold | MGC | CME (COMEX) | 10 Feinunzen | 0,10 $ | 1 $ |
Gewinn, Verlust und Risiko deiner Position kannst du mit unserem Futures-Rechner durchrechnen.
Was sind Verfallstermine und Rollover?
Jeder Future hat ein festes Ende. Aktienindex-Futures laufen quartalsweise und verfallen am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember. Die Monate werden mit Buchstaben abgekürzt: H (März), M (Juni), U (September) und Z (Dezember). ESZ6 steht zum Beispiel für den E-mini S&P 500 mit Verfall im Dezember 2026. Rohstoff-Futures wie Rohöl haben dagegen monatliche Kontrakte.
Etwa eine Woche vor dem Verfall wandert der Großteil des Handels in den nächsten Kontrakt. Trader, die ihre Position halten wollen, schließen dann den alten Kontrakt und eröffnen den neuen. Das nennt man Rollover. Index-Futures werden am Verfallstag in bar abgerechnet. Bei physisch belieferten Kontrakten wie Rohöl oder Gold schließen Broker die Positionen von Privatkunden rechtzeitig vor dem Liefertermin, damit es nicht zur Lieferung kommt.
Warum weicht der Futures-Kurs vom Kassakurs ab?
Der Kurs eines Futures liegt meist etwas über oder unter dem aktuellen Kurs des Basiswerts, dem Kassakurs. Der Grund: Im Future-Preis stecken die Kosten und Erträge bis zum Verfall, etwa Finanzierungskosten, bei Aktienindizes erwartete Dividenden und bei Rohstoffen Lagerkosten. Diese Differenz heißt Basis. Liegt der Future über dem Kassakurs, spricht man von Contango, liegt er darunter, von Backwardation. Zum Verfall hin nähern sich beide Kurse an.
Deshalb zahlst du für Futures keine Übernachtgebühren wie bei CFDs. Die Finanzierung ist bereits im Kurs eingepreist.
Wann werden Futures gehandelt?
Futures werden fast rund um die Uhr gehandelt:
- CME Globex (US-Futures): von Sonntag 18:00 Uhr bis Freitag 17:00 Uhr New Yorker Zeit mit einer täglichen Pause von einer Stunde. In deutscher Zeit ist das meist von Montag 0:00 Uhr bis Freitag 23:00 Uhr mit einer Pause von 23:00 bis 0:00 Uhr.
- Eurex (DAX-Futures): von 1:10 Uhr (in der Sommerzeit ab 2:10 Uhr) bis 22:00 Uhr.
Die meisten Umsätze gibt es zu den Öffnungszeiten der Kassamärkte, beim DAX-Future ab 9:00 Uhr und bei US-Index-Futures ab 15:30 Uhr deutscher Zeit.
Futures vs. CFD: Was ist der Unterschied?
Futures und CFDs ermöglichen beide den gehebelten Handel auf Indizes, Rohstoffe oder Devisen. Technisch unterscheiden sie sich aber deutlich:
| Futures | CFDs | |
|---|---|---|
| Handelsplatz | regulierte Terminbörse | außerbörslich beim Broker |
| Gegenpartei | Clearingstelle der Börse | Broker |
| Preisbildung | transparentes Orderbuch für alle Marktteilnehmer | Kurse des Brokers |
| Kosten | Kommission und Börsengebühren | Spread, teils Kommission, Finanzierung über Nacht |
| Positionsgröße | feste Kontraktgrößen | frei wählbar, auch sehr klein |
| Laufzeit | fester Verfall, Rollover nötig | in der Regel unbegrenzt |
| Hebel für Privatkunden | ergibt sich aus der Margin | gesetzlich begrenzt, zum Beispiel 20:1 bei wichtigen Indizes |
| Nachschusspflicht | möglich, wenn der Broker sie nicht ausschließt | ausgeschlossen durch Negativsaldoschutz |
| Steuern in Deutschland | Termingeschäft, Abgeltungsteuer | Termingeschäft, Abgeltungsteuer |
Futures punkten mit Transparenz und niedrigen Kosten bei größeren Positionen. CFDs sind flexibler bei der Positionsgröße und einfacher zugänglich. Wie CFDs im Detail funktionieren, erklären wir im Artikel zu Forex und CFDs. Krypto-Börsen bieten zudem Perpetual Futures ohne Verfallstermin an, mehr dazu im Artikel zum Krypto Trading.
Gibt es eine Nachschusspflicht bei Futures?
Grundsätzlich ja: Bewegt sich der Markt stark gegen dich, kann der Verlust größer sein als deine Margin und sogar größer als dein Kontoguthaben. Zum Schutz von Privatkunden gilt in Deutschland seit dem 1. Januar 2023 eine Allgemeinverfügung der BaFin. Sie beschränkt den Vertrieb von Futures mit Nachschusspflicht an Privatkunden. Ausnahmen gelten, wenn der Broker die Nachschusspflicht vertraglich ausschließt, wenn der Future zur Absicherung dient oder wenn eine bestehende Position geschlossen wird.
In der Praxis bieten Broker Privatkunden Futures deshalb meist mit ausgeschlossener Nachschusspflicht an und schließen Positionen frühzeitig, wenn das Konto ins Minus zu rutschen droht. Prüfe diesen Punkt in den Bedingungen deines Brokers.
Was kostet Futures Trading?
- Kommission: pro Kontrakt und Seite, je nach Broker sehr unterschiedlich.
- Börsen- und Regulierungsgebühren: werden von der Börse festgelegt und vom Broker weitergegeben.
- Marktdaten: Echtzeitkurse der Börsen kosten meist eine monatliche Gebühr.
- Plattform: Professionelle Software wie NinjaTrader oder Sierra Chart ist teils kostenpflichtig.
Grob kannst du je nach Broker mit Gesamtkosten von etwa 1 bis 2 US-Dollar pro Roundtrip bei Micro-Kontrakten und etwa 3 bis 6 US-Dollar bei E-minis rechnen. Bei einem MES entspricht schon ein Tick Bewegung 1,25 US-Dollar. Für sehr kurzfristige Strategien wie Scalping ist die Kostenstruktur deshalb entscheidend.
Micro Futures: der Einstieg für kleinere Konten
Micro Futures bilden nur einen Bruchteil eines Standardkontrakts ab: Bei der CME ist es ein Zehntel, der Micro-DAX-Future entspricht einem Fünfundzwanzigstel des DAX-Futures. Damit kannst du dein Risiko auch mit kleinem Konto sauber steuern.
Beispiel: Dein Konto hat 5.000 €, du riskierst 1 % pro Trade, also 50 €. Dein Stop liegt 8 Punkte vom Einstieg entfernt.
| Micro E-mini S&P 500 (MES) | E-mini S&P 500 (ES) | |
|---|---|---|
| Risiko bei 8 Punkten Stop | 8 × 5 $ = 40 $ | 8 × 50 $ = 400 $ |
| Passt zu 50 € Risiko? | ja, ein Kontrakt | nein, ein Vielfaches zu groß |
Futures sind deshalb besonders beim Daytrading beliebt: feste Tick-Werte, ein transparentes Orderbuch und lange Handelszeiten.
Futures Trading über Prop Firms
Viele Futures-Trader handeln heute nicht mit eigenem Geld, sondern über Prop Firms. Nach einer bestandenen Bewertungsphase handeln sie ein Konto der Firma und erhalten einen Teil der Gewinne. Wie das Modell funktioniert, erklären wir im Artikel zum Prop Trading. Welche Anbieter es gibt, zeigt unser Prop-Trading-Vergleich.
Wie werden Gewinne aus Futures versteuert?
Gewinne aus Futures sind in Deutschland Einkünfte aus Termingeschäften. Sie unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls zuzüglich Kirchensteuer. Die frühere Grenze, nach der Verluste aus Termingeschäften nur bis 20.000 € pro Jahr verrechnet werden durften, wurde mit dem Jahressteuergesetz 2024 abgeschafft. Bei Brokern ohne deutschen Steuerabzug gibst du Gewinne und Verluste selbst in der Anlage KAP an und rechnest Ergebnisse in US-Dollar in Euro um. Dieser Abschnitt ersetzt keine Steuerberatung.
Vor- und Nachteile von Futures Trading
Vorteile
- Transparente Preise an regulierten Börsen
- Niedrige Kosten, keine Aufschläge im Kurs
- Fast rund um die Uhr handelbar
- Long und short gleich einfach
- Keine Übernachtgebühren
Nachteile
- Feste Kontraktgrößen, auch Micro Futures haben eine Mindestgröße
- Verluste können die Margin übersteigen
- Rollover und Verfallstermine erfordern Aufmerksamkeit
- Kosten für Marktdaten und Plattform
Für wen eignet sich Futures Trading?
Futures Trading eignet sich für aktive Trader, die Indizes, Rohstoffe oder Zinsen mit niedrigen Kosten und transparenter Preisbildung handeln wollen. Besonders Daytrader und Scalper schätzen die festen Tick-Werte und das Orderbuch. Einsteiger beginnen am besten mit Micro Futures und üben vorher im Simulationsmodus ihrer Plattform. Neben Futures werden an Terminbörsen auch Optionen gehandelt, mehr dazu im Artikel zum Options Trading. Einen Überblick über alle Märkte findest du im Artikel Was ist Trading?.
Häufige Fragen zum Futures Trading
Was ist ein Future einfach erklärt?
Ein Future ist ein börsengehandelter Vertrag, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis an einem bestimmten Termin zu kaufen oder zu verkaufen. Trader nutzen Futures, um mit Hebel auf steigende oder fallende Kurse zu setzen, ohne den Basiswert selbst zu besitzen.
Wie viel Geld brauche ich für Futures Trading?
Mit Micro Futures reichen technisch oft einige Hundert bis wenige Tausend Euro, je nach Margin des Brokers. Damit du pro Trade nur 1 % riskierst und trotzdem sinnvolle Stops setzen kannst, sind mehrere Tausend Euro realistischer.
Was passiert, wenn ein Future ausläuft?
Index-Futures werden am Verfallstag in bar abgerechnet. Physisch belieferte Futures wie Rohöl würden geliefert, deshalb schließen Broker solche Positionen von Privatkunden vorher. Wer seine Position halten will, rollt sie vorher in den nächsten Kontrakt.
Sind Futures für Anfänger geeignet?
Mit Micro Futures, festem Stop und einem Broker, der die Nachschusspflicht ausschließt, ist der Einstieg möglich. Wegen des Hebels solltest du die Mechanik aber zuerst im Simulationsmodus üben.
Darf ich in Deutschland Futures handeln?
Ja. Achte darauf, dass dein Broker reguliert ist und die Nachschusspflicht für Privatkunden vertraglich ausschließt, wie es die BaFin-Allgemeinverfügung seit 2023 vorsieht.
Was bedeutet Contango?
Contango bedeutet, dass der Futures-Kurs über dem Kassakurs liegt, meist wegen Finanzierungs- oder Lagerkosten. Liegt der Future darunter, spricht man von Backwardation.
Fazit: Futures sind transparent, günstig und präzise steuerbar
Futures bieten transparente Börsenpreise, niedrige Kosten und fast durchgehende Handelszeiten. Wer Tick-Werte, Margin und Rollover versteht und mit Micro Futures beginnt, kann sein Risiko auch mit kleinerem Konto präzise steuern. Wichtig ist ein Broker, der die Nachschusspflicht ausschließt und günstige Gebühren bietet.
Wenn du einen Broker mit günstigem Zugang zu Futures an CME und Eurex suchst, dann vergleiche die Anbieter in unserem Brokervergleich.
Hinweis: Der Handel mit Futures ist wegen der Hebelwirkung mit hohen Risiken verbunden und kann zu Verlusten führen, die über die hinterlegte Margin hinausgehen.