Was ist Options Trading? Optionen und Optionshandel einfach erklärt
Options Trading (Optionshandel) ist der Handel mit Optionen. Eine Option gibt dem Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht, einen Basiswert wie eine Aktie oder einen Index während oder am Ende einer festen Laufzeit zu einem festgelegten Preis (Strike) zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Dafür zahlt er eine Prämie an den Verkäufer der Option, den sogenannten Stillhalter. Das Wichtigste in Kürze * Call: das Recht zu kaufen, profitiert von steigenden Kursen * Put: das Recht zu verkaufen,
Options Trading (Optionshandel) ist der Handel mit Optionen. Eine Option gibt dem Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht, einen Basiswert wie eine Aktie oder einen Index während oder am Ende einer festen Laufzeit zu einem festgelegten Preis (Strike) zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Dafür zahlt er eine Prämie an den Verkäufer der Option, den sogenannten Stillhalter.
Das Wichtigste in Kürze
- Call: das Recht zu kaufen, profitiert von steigenden Kursen
- Put: das Recht zu verkaufen, profitiert von fallenden Kursen
- Käufer: Das Risiko ist auf die gezahlte Prämie begrenzt
- Verkäufer (Stillhalter): erhält die Prämie, trägt aber ein hohes, teils unbegrenztes Risiko
- Handelsplätze: Terminbörsen wie die Eurex in Europa oder die Cboe in den USA
- Preis einer Option: hängt vom Kurs des Basiswerts, vom Strike, von der Restlaufzeit und von der erwarteten Schwankung ab
Wie funktionieren Optionen?
Mit einer Option sicherst du dir einen Preis für die Zukunft. Kaufst du einen Call auf eine Aktie mit einem Strike von 105 US-Dollar, darfst du die Aktie bis zum Verfall zu 105 US-Dollar kaufen, egal wie hoch der Kurs dann steht. Steigt die Aktie auf 120 US-Dollar, ist dieses Recht wertvoll. Bleibt sie unter 105 US-Dollar, verfällt der Call wertlos und du verlierst nur die gezahlte Prämie.
In der Praxis üben Trader ihre Optionen selten aus. Sie verkaufen die Option vor dem Verfall wieder und kassieren den Wertzuwachs.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Basiswert (Underlying) | Aktie, Index, ETF oder Future, auf den sich die Option bezieht |
| Strike (Basispreis) | Preis, zu dem gekauft oder verkauft werden darf |
| Verfallstag | letzter Tag der Laufzeit |
| Prämie | Preis der Option |
| Kontraktgröße | Menge des Basiswerts pro Option, bei US-Aktienoptionen 100 Aktien |
| Amerikanisch oder europäisch | Ausübung jederzeit bis zum Verfall oder nur am Verfallstag |
| Im, am oder aus dem Geld | Verhältnis von aktuellem Kurs zum Strike, entscheidet über den inneren Wert |
Die vier Grundpositionen im Options Trading
Jede Optionsstrategie setzt sich aus diesen vier Bausteinen zusammen:
| Position | Erwartung | Maximaler Gewinn | Maximaler Verlust |
|---|---|---|---|
| Long Call (Call kaufen) | Kurs steigt deutlich | theoretisch unbegrenzt | gezahlte Prämie |
| Long Put (Put kaufen) | Kurs fällt deutlich | Strike minus Prämie | gezahlte Prämie |
| Short Call (Call verkaufen) | Kurs steigt nicht | erhaltene Prämie | theoretisch unbegrenzt |
| Short Put (Put verkaufen) | Kurs fällt nicht | erhaltene Prämie | Strike minus Prämie |
Käufer von Optionen kennen ihr maximales Risiko von Anfang an. Stillhalter verdienen dagegen in vielen Fällen kleine, regelmäßige Prämien, können aber bei starken Kursbewegungen sehr hohe Verluste erleiden.
Rechenbeispiel: So funktioniert ein Long Call
Eine Aktie notiert bei 100 US-Dollar. Du erwartest einen Anstieg und kaufst einen Call mit Strike 105 US-Dollar und drei Monaten Laufzeit. Die Prämie beträgt 3 US-Dollar pro Aktie. Weil ein Kontrakt 100 Aktien umfasst, zahlst du 300 US-Dollar.
| Kurs am Verfallstag | Wert der Option | Ergebnis |
|---|---|---|
| 95 $ | 0 $ | −300 $ |
| 105 $ | 0 $ | −300 $ |
| 108 $ | 300 $ | 0 $ (Break-even) |
| 115 $ | 1.000 $ | +700 $ |
| 125 $ | 2.000 $ | +1.700 $ |
Zum Vergleich: Hättest du 100 Aktien für 10.000 US-Dollar gekauft, würdest du bei einem Kurs von 115 US-Dollar 1.500 US-Dollar verdienen, also 15 %. Mit dem Call sind es 700 US-Dollar auf 300 US-Dollar Einsatz, ein Plus von über 230 %. Dafür verfällt der Call komplett wertlos, wenn die Aktie nicht über 105 US-Dollar steigt.
Was bestimmt den Preis einer Option?
Der Preis einer Option besteht aus zwei Teilen:
- Innerer Wert: der Betrag, um den die Option im Geld liegt. Ein Call mit Strike 105 bei einem Aktienkurs von 110 hat einen inneren Wert von 5.
- Zeitwert: der Aufpreis für die Chance, dass sich die Option bis zum Verfall noch lohnt. Er sinkt mit jedem Tag und ist am Verfallstag null.
Wie empfindlich eine Option auf Veränderungen reagiert, zeigen die sogenannten Griechen:
| Kennzahl | Was sie misst |
|---|---|
| Delta | wie stark sich der Optionspreis bewegt, wenn der Basiswert um eine Einheit steigt oder fällt |
| Gamma | wie schnell sich das Delta verändert |
| Theta | wie viel Wert die Option pro Tag durch Zeitablauf verliert |
| Vega | wie stark der Preis auf eine Veränderung der erwarteten Schwankung reagiert |
Besonders wichtig ist die implizite Volatilität, also die vom Markt erwartete Schwankung. Vor Quartalszahlen ist sie oft hoch und Optionen entsprechend teuer. Nach der Veröffentlichung fällt sie häufig stark. Deshalb können Optionen an Wert verlieren, obwohl sich die Aktie in die erwartete Richtung bewegt.
Beliebte Optionsstrategien
| Strategie | Aufbau | Ziel | Risiko |
|---|---|---|---|
| Covered Call | Aktie besitzen und Call verkaufen | Zusatzeinnahmen durch die Prämie | Gewinn nach oben begrenzt, Kursrisiko der Aktie bleibt |
| Protective Put | Aktie besitzen und Put kaufen | Absicherung gegen Kursverluste | Kosten der Prämie |
| Cash Secured Put | Put verkaufen und Geld für den Aktienkauf bereithalten | Aktie günstiger kaufen oder Prämie behalten | Kauf der Aktie bei stark fallendem Kurs |
| Bull Call Spread | Call kaufen und Call mit höherem Strike verkaufen | günstiger auf steigende Kurse setzen | begrenzt auf die gezahlte Nettoprämie |
| Long Straddle | Call und Put mit gleichem Strike kaufen | von einer starken Bewegung in beliebige Richtung profitieren | Verlust beider Prämien, wenn der Kurs sich kaum bewegt |
Optionen vs. Optionsscheine vs. Knock-out-Zertifikate
In Deutschland werden Optionen oft mit Optionsscheinen und Knock-out-Zertifikaten verwechselt. Alle drei bieten einen Hebel, funktionieren aber unterschiedlich:
| Optionen | Optionsscheine | Knock-out-Zertifikate | |
|---|---|---|---|
| Was ist es? | standardisierter Kontrakt an einer Terminbörse | Wertpapier einer Bank (Emittent) | Wertpapier einer Bank (Emittent) |
| Handelsplatz | Terminbörse wie Eurex oder Cboe | Börse oder direkt beim Emittenten | Börse oder direkt beim Emittenten |
| Stillhalter möglich | ja | nein, nur Kauf | nein, nur Kauf |
| Preisstellung | Orderbuch mit vielen Marktteilnehmern | Emittent stellt die Kurse | Emittent stellt die Kurse |
| Emittentenrisiko | nein, die Clearingstelle steht dazwischen | ja | ja |
| Einfluss der Volatilität | ja | ja | kaum |
| Totalverlust | möglich, für Käufer begrenzt auf die Prämie | möglich | beim Erreichen der Knock-out-Schwelle, meist ohne Restwert |
| Mindestgröße | ein Kontrakt, oft 100 Aktien | ab einem Stück | ab einem Stück |
Für Knock-out-Zertifikate, auch Turbos genannt, gelten in Deutschland seit dem 16. Juni 2026 strengere Regeln der BaFin. Anbieter müssen vor dem Kauf einen standardisierten Risikohinweis anzeigen, dürfen keine Anreize wie Neukundenboni oder vergünstigte Ordergebühren für Turbos gewähren und müssen das Basiswissen ihrer Kunden abfragen, mindestens alle sechs Monate erneut. Hintergrund: Laut BaFin haben rund drei von vier Privatanlegern (74,2 %) zwischen 2019 und 2023 mit Turbo-Zertifikaten Geld verloren. Insgesamt summierten sich die Verluste auf mehr als 3,4 Milliarden Euro, über alle Privatanleger gerechnet im Durchschnitt 6.358 € pro Person.
Wo kannst du Optionen handeln?
- Eurex: die wichtigste Terminbörse in Europa. Die DAX-Option (ODAX) hat einen Wert von 5 € pro Indexpunkt und ist europäisch, kann also nur am Verfallstag ausgeübt werden. Dazu kommen Optionen auf viele deutsche und europäische Aktien.
- US-Optionsbörsen wie die Cboe: der wichtigste Markt für Optionen auf Einzelaktien. Ein Kontrakt umfasst 100 Aktien, US-Aktienoptionen sind amerikanisch und können jederzeit bis zum Verfall ausgeübt werden.
- Optionen auf Futures: zum Beispiel auf Index-, Zins- oder Rohstoff-Futures. Wie Futures funktionieren, erklären wir im Artikel zum Futures Trading.
Du brauchst dafür einen Broker mit Zugang zu Terminbörsen. Früher war dafür die sogenannte Termingeschäftsfähigkeit nötig. Diese gibt es rechtlich nicht mehr. Heute prüft der Broker im Rahmen der Angemessenheitsprüfung nach § 63 Abs. 10 WpHG, ob du über ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen verfügst. Viele Broker schalten Optionen stufenweise frei, zuerst den Kauf und erst später Stillhaltergeschäfte, für die du zusätzlich eine Margin hinterlegen musst.
Optionen auf Aktien sind eine Alternative zum direkten Aktien Trading, etwa um eine Position abzusichern oder mit weniger Kapital auf eine Bewegung zu setzen.
Wie werden Gewinne aus Optionen versteuert?
Gewinne aus Optionen und vereinnahmte Stillhalterprämien sind in Deutschland Kapitalerträge. Darauf fallen 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an, gegebenenfalls zuzüglich Kirchensteuer. Die frühere Begrenzung der Verlustverrechnung bei Termingeschäften auf 20.000 € pro Jahr wurde mit dem Jahressteuergesetz 2024 abgeschafft. Dieser Abschnitt ersetzt keine Steuerberatung.
Vor- und Nachteile von Options Trading
Vorteile
- Für Käufer ist das Risiko auf die Prämie begrenzt
- Sehr flexibel: Spekulation, Absicherung und Einnahmen durch Prämien
- Gewinne auch in Seitwärtsmärkten möglich
- Transparenter Handel an regulierten Börsen
Nachteile
- Komplexe Preisbildung mit vielen Einflussfaktoren
- Zeitwertverlust arbeitet gegen den Käufer
- Stillhalter tragen hohe, teils unbegrenzte Risiken
- Kontraktgrößen von oft 100 Aktien erfordern Kapital
Für wen eignet sich Options Trading?
Options Trading eignet sich für fortgeschrittene Trader, die über Charts und Kursrichtung hinaus auch Volatilität und Zeitwert verstehen wollen. Auch Anleger, die ihr Aktiendepot absichern oder mit Prämien laufende Einnahmen erzielen möchten, nutzen Optionen. Einsteiger sollten mit dem Kauf einfacher Calls oder Puts beginnen und Strategien vorher mit Paper Trading üben. Einen Überblick über alle Märkte findest du im Artikel Was ist Trading?.
Häufige Fragen zum Options Trading
Was ist eine Option einfach erklärt?
Eine Option ist ein Recht auf einen festen Preis in der Zukunft. Mit einem Call darfst du einen Basiswert zu einem festgelegten Preis kaufen, mit einem Put darfst du ihn verkaufen. Für dieses Recht zahlst du eine Prämie.
Was ist der Unterschied zwischen Call und Put?
Ein Call gewinnt an Wert, wenn der Kurs des Basiswerts steigt. Ein Put gewinnt an Wert, wenn der Kurs fällt.
Was ist der Unterschied zwischen Optionen und Futures?
Bei einem Future sind beide Seiten verpflichtet, zum vereinbarten Preis zu handeln. Bei einer Option hat nur der Käufer ein Recht und entscheidet, ob er es nutzt. Nur der Verkäufer der Option, der Stillhalter, ist verpflichtet.
Ist Optionshandel für Anfänger geeignet?
Der Kauf einfacher Calls und Puts ist mit begrenztem Risiko möglich. Stillhaltergeschäfte und komplexe Strategien solltest du erst angehen, wenn du die Preisbildung und die Griechen verstehst.
Was passiert am Verfallstag?
Optionen im Geld werden in der Regel ausgeübt oder bar abgerechnet. Optionen aus dem Geld verfallen wertlos. Viele Trader schließen ihre Positionen deshalb schon vor dem Verfallstag.
Wie viel Geld brauche ich für Options Trading?
Für den Kauf einzelner Optionen reichen oft einige Hundert Euro. Für Stillhaltergeschäfte verlangen Broker deutlich mehr Margin, bei einem Cash Secured Put sogar den vollen Betrag für den möglichen Aktienkauf.
Fazit: Optionen sind das flexibelste Werkzeug im Trading
Mit Optionen kannst du auf steigende und fallende Kurse setzen, dein Depot absichern oder Prämien einnehmen. Als Käufer kennst du dein maximales Risiko von Anfang an, als Stillhalter trägst du dagegen hohe Risiken für kleine, regelmäßige Einnahmen. Wer Zeitwert und Volatilität versteht, hat beim Optionshandel einen klaren Vorteil.
Wenn du einen Broker mit Zugang zu Optionen an Eurex und US-Börsen suchst, dann vergleiche die Anbieter in unserem Brokervergleich.
Hinweis: Optionen sind komplexe Finanzinstrumente. Der Handel ist mit hohen Risiken verbunden, für Stillhalter können die Verluste weit über die erhaltene Prämie hinausgehen.