Was ist ein Funded Account?
Das Wichtigste in Kürze * Ein Funded Account ist das Handelskonto, das eine Prop Firm nach bestandener Prüfung bereitstellt. Das Kapital gehört der Firma, der Gewinnanteil dir — üblich sind 70 bis 90 Prozent. * Das Konto läuft bei den meisten Anbietern in einer simulierten Umgebung. Ausgezahlt wird trotzdem echtes Geld, und zwar von der Firma. * Es gilt weiter ein Regelwerk: täglicher Verlust, maximaler Verlust, oft Mindesthandelstage und Konsistenzregeln. Ein Verstoß beendet das Konto — a
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Funded Account ist das Handelskonto, das eine Prop Firm nach bestandener Prüfung bereitstellt. Das Kapital gehört der Firma, der Gewinnanteil dir — üblich sind 70 bis 90 Prozent.
- Das Konto läuft bei den meisten Anbietern in einer simulierten Umgebung. Ausgezahlt wird trotzdem echtes Geld, und zwar von der Firma.
- Es gilt weiter ein Regelwerk: täglicher Verlust, maximaler Verlust, oft Mindesthandelstage und Konsistenzregeln. Ein Verstoß beendet das Konto — auch nach Monaten.
- Auszahlungen laufen in Zyklen von meist 14 bis 30 Tagen, nach Identitätsprüfung und teils erst ab einem Mindestbetrag.
- Ein Funded Account ist kein Depot: keine Einlagensicherung, kein eigenes Kapital, keine Wertpapiere in deinem Eigentum.
Wie man einen Funded Account bekommt
Der Weg führt fast immer über eine Challenge: ein Gewinnziel erreichen, ohne die Verlustgrenzen zu reißen. Der Ablauf und die typischen Ziele stehen im Artikel Prop-Trading.
Nach bestandener Prüfung passieren drei Dinge:
- Vertragsschluss. Du unterschreibst eine Vereinbarung über die Gewinnbeteiligung — kein Arbeitsvertrag, sondern in der Regel ein Dienstleistungs- oder Kooperationsverhältnis.
- Identitätsprüfung (KYC). Ausweis und Adressnachweis; ohne sie gibt es später keine Auszahlung.
- Kontoeröffnung. Zugangsdaten für die Handelsplattform, meist mit demselben Regelwerk wie in der Prüfung, gelegentlich mit gelockerten Zeitfenstern.
Einige Anbieter bieten den Einstieg auch ohne Challenge gegen eine höhere Gebühr oder mit einer Probezeit an. Das ändert nichts am Kern: Geprüft wird in jedem Fall, nur der Zeitpunkt verschiebt sich.
Was auf dem Konto wirklich passiert
Die Kontogröße — „100.000 Dollar Kapital“ — ist eine Rechengröße, keine Einzahlung auf deinen Namen. Bei den meisten Firmen wird der Markt nachgebildet und nicht jede Order an einer Börse ausgeführt. Deine Gewinne zahlt die Firma aus ihrer eigenen Kasse.
Das hat zwei praktische Folgen:
- Deine Ergebnisse kommen aus dem Regelwerk, nicht aus einem Depotauszug. Was zählt, ist der Saldo in der Plattform des Anbieters.
- Der Anbieter ist dein Gegenüber. Seine Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft entscheiden darüber, ob ein Gewinn bei dir ankommt. Eine Einlagensicherung gibt es dafür nicht.
Die Regeln im laufenden Konto
- Täglicher Verlust: meist 4 bis 5 Prozent, gemessen ab Tagesbeginn oder ab Tageshoch — der Unterschied steht im Regelwerk und entscheidet in der Praxis über das Konto.
- Maximaler Verlust: meist 6 bis 12 Prozent, statisch ab Startkapital oder nachziehend mit neuen Höchstständen. Beide Varianten rechnet der Artikel Drawdown durch.
- Consistency Rule: Ein einzelner Tag darf nur einen bestimmten Anteil am Gesamtgewinn haben — sonst verschiebt sich die Auszahlung.
- Mindestaktivität: Manche Anbieter schließen Konten, die 30 Tage ungenutzt bleiben.
- Zeitfenster und Instrumente: Verbote rund um Nachrichten, über Nacht oder am Wochenende; teils eingeschränkte Instrumentenliste.
Auszahlungen
- Zyklus: meist alle 14 bis 30 Tage, einige Anbieter auf Abruf.
- Mindestbetrag: häufig ein niedriger dreistelliger Betrag.
- Profit Split: 70 bis 90 Prozent, steigend mit Kontogröße oder Historie; die erste Auszahlung teils zu 100 Prozent.
- Rückerstattung der Challenge-Gebühr: oft an die erste Auszahlung gekoppelt.
- Weg: Banküberweisung oder Zahlungsdienstleister, nach abgeschlossenem KYC.
Zwei Punkte lohnen den Blick ins Kleingedruckte: ob sich der Gewinnanteil auf den Nettogewinn nach Kosten bezieht, und ob der Kontostand nach der Auszahlung auf den Ausgangswert zurückgesetzt wird — das verschiebt bei nachziehenden Verlustgrenzen sofort den Abstand zur Grenze.
Skalierung
Viele Anbieter erhöhen das Kapital, wenn über mehrere Zyklen Gewinne anfallen — typisch sind Stufen von 25 Prozent pro Quartal bis zu einer Obergrenze. Gekoppelt ist das meist an eine Mindestrendite und an Auszahlungen ohne Regelverstoß. Die Verlustgrenzen skalieren mit: Ein größeres Konto bedeutet in Prozent denselben Spielraum, in absoluten Zahlen mehr Schwankung.
Wenn die Regeln verletzt werden
Ein Verstoß führt zum Breach: Das Konto wird gesperrt, offene Positionen werden geschlossen, der Zugang endet. Erwirtschaftete, aber noch nicht ausgezahlte Gewinne verfallen bei vielen Anbietern — hier unterscheiden sich die Bedingungen deutlich.
Danach bleibt der Neukauf einer Challenge oder ein vergünstigter Reset. Ein Anspruch auf Fortsetzung besteht nicht.
Steuern und rechtliche Einordnung
Auszahlungen einer Prop Firm sind keine Kapitalerträge: Du legst kein eigenes Kapital an, sondern erhältst eine Vergütung für eine Leistung. Damit greift weder die Abgeltungsteuer noch der Sparer-Pauschbetrag, und der Broker führt nichts automatisch ab — die Einkünfte gehören in die Steuererklärung.
Ob sie als sonstige, selbständige oder gewerbliche Einkünfte einzuordnen sind, hängt vom Einzelfall ab: Umfang, Dauer, Außenauftritt. Das gehört zum Steuerberater. Dieser Artikel ist keine Steuerberatung.
Häufige Fragen
Ist ein Funded Account echtes Geld?
Das Kapital auf dem Konto ist eine Rechengröße der Firma, meist in simulierter Umgebung. Die Auszahlung ist echtes Geld — sie kommt aus der Kasse des Anbieters, nicht aus einem auf dich laufenden Depot.
Wie viel verdient man mit einem Funded Account?
Der Verdienst ist der Gewinnanteil am erzielten Ergebnis: Bei 80 Prozent Split und 3 Prozent Monatsgewinn auf 100.000 Einheiten sind das 2.400 pro Monat — vor Steuern und nur, solange die Ergebnisse anhalten. Garantien gibt es keine, und Monate ohne Auszahlung sind der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Was passiert, wenn ich die Regeln verletze?
Das Konto wird gesperrt. Offene Gewinne verfallen je nach Anbieter ganz oder teilweise. Zurück geht es nur über eine neue Challenge oder einen Reset — beides kostenpflichtig.
Wie lange dauert es bis zur ersten Auszahlung?
Nach dem ersten vollständigen Zyklus, also meist 14 bis 30 Tage nach Kontostart, sofern Gewinn vorhanden, KYC abgeschlossen und die Konsistenzregeln eingehalten sind. Rechne mit einigen Tagen zusätzlich für die Bearbeitung.
Was ist der Unterschied zwischen Funded Account und Broker-Konto?
Beim Broker handelst du eigenes Geld auf eigene Rechnung, mit Depot, Einlagensicherung und automatischer Steuerabwicklung — siehe Was ist ein Broker?. Beim Funded Account handelst du fremdes Kapital nach fremden Regeln, ohne Einlagenschutz, und erhältst einen Anteil am Gewinn.
Kann ich mehrere Funded Accounts haben?
Viele Anbieter erlauben das bis zu einer Obergrenze des Gesamtkapitals, verbieten aber identische Trades über mehrere Konten. Ob Konten mehrerer Firmen parallel laufen dürfen, steht in den jeweiligen Bedingungen.