Was ist Forex Trading? Devisenhandel und CFDs einfach erklärt
Forex Trading (von Foreign Exchange, auf Deutsch Devisenhandel) ist der Handel mit Währungspaaren wie EUR/USD. Du spekulierst darauf, dass eine Währung gegenüber einer anderen an Wert gewinnt oder verliert. Privatanleger handeln Forex meist über CFDs mit Hebel. Mit rund 9,6 Billionen US-Dollar Umsatz pro Tag ist der Devisenmarkt der größte Finanzmarkt der Welt. Das Wichtigste in Kürze * Was du handelst: Währungspaare, zum Beispiel EUR/USD oder USD/JPY * Marktzeiten: rund um die Uhr von Sonn
Forex Trading (von Foreign Exchange, auf Deutsch Devisenhandel) ist der Handel mit Währungspaaren wie EUR/USD. Du spekulierst darauf, dass eine Währung gegenüber einer anderen an Wert gewinnt oder verliert. Privatanleger handeln Forex meist über CFDs mit Hebel. Mit rund 9,6 Billionen US-Dollar Umsatz pro Tag ist der Devisenmarkt der größte Finanzmarkt der Welt.
Das Wichtigste in Kürze
- Was du handelst: Währungspaare, zum Beispiel EUR/USD oder USD/JPY
- Marktzeiten: rund um die Uhr von Sonntagabend bis Freitagabend
- Wie du handelst: meist per CFD über einen Broker, alternativ mit Devisen-Futures an der Börse
- Hebel: für Privatkunden in der EU maximal 30:1 bei den wichtigsten Währungspaaren
- Kosten: Spread, je nach Konto eine Kommission und Swaps für Positionen über Nacht
- Risiko: Je nach Anbieter verlieren laut Pflicht-Risikohinweis rund 50 bis 90 % der Privatkunden beim CFD-Handel Geld
Wie funktioniert Forex Trading?
Im Forex Trading handelst du immer ein Währungspaar. Die erste Währung ist die Basiswährung, die zweite die Kurswährung. Ein Kurs von 1,1000 bei EUR/USD bedeutet: Ein Euro kostet 1,10 US-Dollar.
- Kaufen (long): Du setzt darauf, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar steigt.
- Verkaufen (short): Du setzt darauf, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar fällt.
Short zu gehen ist im Forex Trading genauso einfach wie long, denn mit dem Verkauf der einen Währung kaufst du automatisch die andere. Wie an der Börse gibt es einen Kauf- und einen Verkaufskurs, die Differenz ist der Spread.
Beispiel: Du kaufst EUR/USD bei 1,1000 und verkaufst bei 1,1050. Der Kurs ist um 50 Pips gestiegen. Wie viel Geld das ist, hängt von deiner Positionsgröße ab.
Welche Währungspaare gibt es?
| Kategorie | Beispiele | Liquidität | Spreads |
|---|---|---|---|
| Majors | EUR/USD, USD/JPY, GBP/USD, USD/CHF, USD/CAD, AUD/USD, NZD/USD | sehr hoch | sehr eng |
| Minors (Crosses) | EUR/GBP, EUR/JPY, GBP/JPY, EUR/CHF | hoch | eng bis mittel |
| Exoten | USD/TRY, USD/ZAR, USD/MXN | gering | breit |
Laut der alle drei Jahre erscheinenden Umfrage der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) lag der weltweite Devisenumsatz im April 2025 bei 9,6 Billionen US-Dollar pro Tag, 28 % mehr als 2022. Diese Paare werden am meisten gehandelt:
| Währungspaar | Anteil am weltweiten Devisenumsatz |
|---|---|
| EUR/USD | 21,2 % |
| USD/JPY | 14,3 % |
| USD/CNY | 8,1 % |
| GBP/USD | 7,6 % |
Der US-Dollar ist an 89,2 % aller Devisengeschäfte beteiligt.
Was sind Pips und Lots?
Ein Pip ist die übliche kleinste Kursbewegung eines Währungspaares. Bei den meisten Paaren ist das die vierte Nachkommastelle (0,0001), bei Paaren mit dem japanischen Yen die zweite (0,01). Viele Broker zeigen zusätzlich eine weitere Nachkommastelle an, bei den meisten Paaren die fünfte und bei Yen-Paaren die dritte. Diese sogenannte Pipette entspricht einem Zehntel Pip.
Ein Lot ist die Standardeinheit für die Positionsgröße:
| Lotgröße | Einheiten der Basiswährung | Wert pro Pip bei EUR/USD |
|---|---|---|
| Standard-Lot (1,0) | 100.000 | 10 US-Dollar |
| Mini-Lot (0,1) | 10.000 | 1 US-Dollar |
| Micro-Lot (0,01) | 1.000 | 0,10 US-Dollar |
Beispiel: Du kaufst 0,1 Lot EUR/USD und der Kurs steigt um 30 Pips. Dein Gewinn beträgt 30 × 1 US-Dollar = 30 US-Dollar vor Kosten.
Wie funktionieren Hebel und Margin?
Beim Forex Trading musst du nicht den vollen Positionswert hinterlegen, sondern nur eine Sicherheitsleistung, die Margin. Bei einem Hebel von 30:1 beträgt sie 3,33 % des Positionswerts.
Beispiel: Ein Mini-Lot EUR/USD entspricht 10.000 €. Bei einem Hebel von 30:1 brauchst du dafür rund 333 € Margin. Bewegt sich der Kurs um 1 %, bei einem Kurs von 1,1000 also um rund 110 Pips, gewinnst oder verlierst du etwa 100 €. Das sind 30 % deiner hinterlegten Margin.
Der Hebel verändert also nicht den Markt, sondern die Wirkung jeder Bewegung auf dein Konto. Erfahrene Trader steuern ihr Risiko deshalb nicht über den Hebel, sondern über die Positionsgröße und den Abstand zum Stop.
Fällt dein Konto auf 50 % der benötigten Margin, schließt der Broker deine Positionen automatisch (Margin Close-out). Das ist für Privatkunden in der EU vorgeschrieben, genauso wie der Schutz vor einem negativen Kontostand.
Wann ist der Forex-Markt geöffnet?
Der Devisenmarkt hat keine zentrale Börse. Gehandelt wird zwischen Banken weltweit, deshalb ist der Markt von Sonntagabend etwa 23:00 Uhr bis Freitagabend etwa 23:00 Uhr deutscher Zeit durchgehend geöffnet. Der Handelstag teilt sich in vier Sitzungen:
| Sitzung | Uhrzeit (MEZ, Winterzeit) | Typisch |
|---|---|---|
| Sydney | 23:00 bis 8:00 Uhr | ruhiger Start, Bewegung bei AUD und NZD |
| Tokio | 1:00 bis 10:00 Uhr | Bewegung bei Yen-Paaren |
| London | 9:00 bis 18:00 Uhr | höchster Umsatz, viele Trends starten hier |
| New York | 14:00 bis 23:00 Uhr | wichtige US-Daten, viel Bewegung bis zum Londoner Schluss |
Am aktivsten ist der Markt, wenn sich London und New York überschneiden, also etwa von 14:00 bis 18:00 Uhr. Im Sommer verschieben sich vor allem die Sitzungen in Tokio und Sydney, weil Japan keine Sommerzeit kennt und Australien zur entgegengesetzten Jahreszeit umstellt. Die New Yorker Zeiten verschieben sich nur für einige Wochen im Frühjahr und Herbst um eine Stunde.
Was bewegt die Wechselkurse?
- Leitzinsen und Notenbanken: Entscheidungen und Aussagen der EZB, der US-Notenbank Fed oder der Bank of Japan sind die wichtigsten Kurstreiber. Höhere Zinsen machen eine Währung meist attraktiver.
- Inflation: Steigende Preise erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen.
- Arbeitsmarkt: Der US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls) erscheint meist am ersten Freitag des Monats um 14:30 Uhr deutscher Zeit und bewegt den Dollar oft stark.
- Konjunktur: Daten wie das Bruttoinlandsprodukt oder Einkaufsmanagerindizes.
- Risikostimmung: In Krisen sind der US-Dollar, der Schweizer Franken und der japanische Yen als sichere Häfen gefragt.
Einen Wirtschaftskalender mit allen Terminen bieten die meisten Broker und Chartplattformen kostenlos an.
Was ist ein CFD?
Ein CFD (Contract for Difference, auf Deutsch Differenzkontrakt) ist ein Vertrag zwischen dir und deinem Broker, bei dem nur die Kursdifferenz zwischen Eröffnung und Schließung der Position ausgeglichen wird. Du besitzt die Währung, die Aktie oder den Rohstoff dabei nicht selbst. CFDs gibt es auf Devisen, Indizes, Aktien, Rohstoffe und Kryptowährungen. Sie werden nicht an einer Börse gehandelt, sondern direkt mit dem Broker.
So funktioniert der Handel mit CFDs:
- Du kannst long und short gehen.
- Du hinterlegst nur eine Margin und handelst mit Hebel.
- Hältst du eine Position über Nacht, zahlst oder erhältst du Finanzierungskosten, im Forex Trading Swap genannt.
- Der Broker stellt die Kurse, entweder als Market Maker oder indem er deine Orders an Liquiditätsanbieter weiterleitet.
Welche Regeln gelten für CFDs in der EU?
Seit 2018 gelten in der EU Schutzregeln der Wertpapieraufsicht ESMA für Privatkunden. In Deutschland hat die BaFin sie mit einer Allgemeinverfügung dauerhaft festgeschrieben, die seit dem 1. August 2019 gilt. Diese Hebelgrenzen sind vorgeschrieben:
| Basiswert | Maximaler Hebel | Mindest-Margin |
|---|---|---|
| Wichtige Währungspaare (Kombinationen aus USD, EUR, JPY, GBP, CAD und CHF) | 30:1 | 3,33 % |
| Andere Währungspaare, Gold und wichtige Aktienindizes | 20:1 | 5 % |
| Andere Rohstoffe und Aktienindizes | 10:1 | 10 % |
| Einzelaktien und sonstige Basiswerte | 5:1 | 20 % |
| Kryptowährungen | 2:1 | 50 % |
Paare wie AUD/USD oder NZD/USD zählen deshalb mit maximal 20:1 zu den anderen Währungspaaren. Dazu kommen vier weitere Regeln:
- Margin Close-out: automatische Schließung von Positionen bei 50 % der Mindest-Margin
- Negativsaldoschutz: Du kannst nicht mehr verlieren als dein Kontoguthaben, eine Nachschusspflicht ist ausgeschlossen
- Bonusverbot: Broker dürfen keine Einzahlungsboni oder ähnliche Anreize anbieten
- Risikohinweis: Jeder Anbieter muss angeben, wie viel Prozent seiner Privatkunden mit CFDs Geld verlieren
Professionelle Kunden können höhere Hebel erhalten, verlieren dafür aber diese Schutzrechte. Worin sich CFDs von börsengehandelten Futures unterscheiden, erklären wir im Artikel zum Futures Trading.
Welche Kosten fallen beim Forex Trading an?
- Spread: Bei Standardkonten steckt der Großteil der Kosten im Spread.
- Kommission: Raw- oder ECN-Konten bieten Spreads ab 0,0 Pips und berechnen dafür eine feste Kommission pro gehandeltem Lot.
- Swap: Für Positionen über Nacht wird die Zinsdifferenz der beiden Währungen plus ein Aufschlag des Brokers verrechnet. Der Swap kann positiv oder negativ sein. Meist wird in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag der dreifache Swap berechnet, weil er das Wochenende abdeckt.
Beispiel: Ein Standardkonto hat bei EUR/USD einen Spread von 1,2 Pips. Ein Raw-Konto hat 0,1 Pips Spread plus 7 US-Dollar Kommission pro Lot für Ein- und Ausstieg, was 0,7 Pips entspricht. Die Gesamtkosten liegen dort bei 0,8 Pips. Bei einem Standard-Lot zahlst du also 12 US-Dollar statt 8 US-Dollar pro Trade. Für sehr kurzfristige Strategien wie Scalping ist dieser Unterschied entscheidend.
Welche Trading-Stile passen zu Forex?
- Daytrading: Die engen Spreads der Majors und die hohe Liquidität während der Londoner und New Yorker Sitzung machen Forex zu einem Klassiker für kurzfristiges Trading. Mehr dazu im Artikel zum Daytrading.
- Swing Trading: funktioniert gut, allerdings fallen für jede Nacht Swaps an. Die passenden Setups findest du im Artikel zum Swing Trading.
- Carry Trade: Du kaufst eine Währung mit hohen Zinsen gegen eine Währung mit niedrigen Zinsen und kassierst einen positiven Swap. Wertet die Hochzinswährung aber ab, ist der Zinsvorteil schnell aufgezehrt.
Wie werden Gewinne aus Forex und CFDs versteuert?
In Deutschland gelten Gewinne aus CFDs als Einkünfte aus Termingeschäften und damit als Kapitalerträge. Darauf fallen 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an, zusammen 26,375 %, gegebenenfalls zuzüglich Kirchensteuer. Die frühere Regel, nach der Verluste aus Termingeschäften nur bis 20.000 € pro Jahr verrechnet werden durften, hat der Gesetzgeber mit dem Jahressteuergesetz 2024 abgeschafft, und zwar für alle noch offenen Fälle. Bei ausländischen Brokern ohne deutschen Steuerabzug gibst du Gewinne und Verluste selbst in der Anlage KAP an. Dieser Abschnitt ersetzt keine Steuerberatung.
Vor- und Nachteile von Forex Trading
Vorteile
- Größter und liquidester Finanzmarkt der Welt
- Handel rund um die Uhr an fünf Tagen pro Woche
- Long und short gleich einfach
- Kleine Positionen ab einem Micro-Lot möglich
Nachteile
- Der Hebel verstärkt Verluste genauso wie Gewinne
- Die Mehrheit der Privatkunden verliert mit CFDs Geld
- Swaps verteuern längere Haltedauern
- Kurssprünge bei Notenbankentscheidungen und Wirtschaftsdaten
Für wen eignet sich Forex Trading?
Forex Trading eignet sich für Trader, die flexibel handeln wollen, auch abends nach der Arbeit, und sich für Zinsen, Notenbanken und Konjunktur interessieren. Dank Micro-Lots kannst du mit kleinen Beträgen starten. Wegen des Hebels solltest du aber zuerst auf einem Demokonto üben, mehr dazu im Artikel zum Paper Trading.
Viele Forex-Trader handeln heute auch über Prop Firms, die nach einer bestandenen Prüfung Kapital bereitstellen. Wie das funktioniert, erklären wir im Artikel zum Prop Trading. Einen Überblick über alle Märkte und Stile findest du im Artikel Was ist Trading?.
Häufige Fragen zum Forex Trading
Was ist Forex einfach erklärt?
Forex ist der weltweite Markt für Währungen. Beim Forex Trading kaufst du eine Währung und verkaufst gleichzeitig eine andere, um von der Veränderung des Wechselkurses zu profitieren.
Was ist der Unterschied zwischen Forex und CFDs?
Forex ist der Markt, also die Anlageklasse Währungen. Ein CFD ist das Finanzinstrument, mit dem Privatanleger diesen Markt meist handeln. CFDs gibt es auch auf Aktien, Indizes, Rohstoffe und Kryptowährungen.
Ist Forex Trading in Deutschland legal?
Ja. Achte darauf, dass dein Broker von der BaFin oder einer anderen EU-Aufsichtsbehörde reguliert ist. Bei Anbietern ohne EU-Zulassung gelten die Schutzregeln für Privatkunden nicht.
Wie viel Geld brauche ich für Forex Trading?
Mit Micro-Lots kannst du schon mit wenigen Hundert Euro handeln. Damit du dein Risiko pro Trade auf 1 % begrenzen und trotzdem sinnvolle Stops setzen kannst, sind 1.000 € oder mehr deutlich komfortabler.
Wann ist die beste Zeit für Forex Trading?
Die meiste Bewegung gibt es, wenn sich die Londoner und die New Yorker Sitzung überschneiden, also etwa von 14:00 bis 18:00 Uhr deutscher Zeit.
Ist Forex Trading Glücksspiel?
Nein, Forex Trading ist regulierter Handel an den Finanzmärkten. Ohne Strategie und Risikomanagement ähnelt das Ergebnis für viele Privatanleger allerdings eher einem Glücksspiel, wie die hohen Verlustquoten in den Risikohinweisen zeigen.
Fazit: Forex Trading bietet viel Flexibilität und viel Hebel
Der Devisenmarkt ist rund um die Uhr geöffnet, extrem liquide und schon mit kleinen Beträgen zugänglich. Privatanleger handeln ihn fast immer über CFDs, deren Hebel Gewinne und Verluste gleichermaßen vergrößert. Wer Pips, Lots, Margin und Swaps versteht und seine Positionsgröße sauber berechnet, hat die wichtigsten Grundlagen gelegt.
Wenn du einen regulierten Forex- und CFD-Broker mit engen Spreads suchst, dann vergleiche die Anbieter in unserem Brokervergleich.
Hinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Ein Großteil der Privatanlegerkonten verliert beim Handel mit CFDs Geld.