Ordertypen erklärt: Market Order, Limit Order, Stop-Loss und Take-Profit
Ordertypen legen fest, wann und zu welchem Preis dein Kauf- oder Verkaufsauftrag ausgeführt wird. Die vier wichtigsten sind die Market Order für die sofortige Ausführung, die Limit Order für einen festen Wunschpreis, der Stop-Loss zur Begrenzung von Verlusten und der Take-Profit zum Sichern von Gewinnen. Wer die Unterschiede kennt, vermeidet teure Fehlausführungen und setzt sein Risikomanagement automatisch um. In diesem Ratgeber erklären wir jeden Ordertyp mit Beispielen und zeigen, wo die typi
Ordertypen legen fest, wann und zu welchem Preis dein Kauf- oder Verkaufsauftrag ausgeführt wird. Die vier wichtigsten sind die Market Order für die sofortige Ausführung, die Limit Order für einen festen Wunschpreis, der Stop-Loss zur Begrenzung von Verlusten und der Take-Profit zum Sichern von Gewinnen. Wer die Unterschiede kennt, vermeidet teure Fehlausführungen und setzt sein Risikomanagement automatisch um. In diesem Ratgeber erklären wir jeden Ordertyp mit Beispielen und zeigen, wo die typischen Fallen liegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Market Order: wird sofort ausgeführt, aber ohne Preisgarantie. Bei schnellen Märkten kann der Ausführungskurs deutlich vom angezeigten Kurs abweichen.
- Limit Order: garantiert den Preis, aber nicht die Ausführung. Ein Kauflimit liegt unter, ein Verkaufslimit über dem aktuellen Kurs.
- Stop-Loss: wird beim Erreichen des Stop-Kurses zur Market Order. Bei Kurslücken wird er unter dem Stop-Kurs ausgeführt.
- Take-Profit: schließt eine Position automatisch am Kursziel. Mit Einstieg 100 €, Stop-Loss 95 € und Take-Profit 110 € ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1:2.
- OCO-Order: verbindet Stop-Loss und Take-Profit. Wird eine Order ausgeführt, löscht die Plattform die andere automatisch.
Welche Ordertypen gibt es?
| Ordertyp | Wofür du ihn nutzt | Ausführung | Hauptrisiko |
|---|---|---|---|
| Market Order | sofort kaufen oder verkaufen | zum nächsten verfügbaren Kurs | Slippage |
| Limit Order | zu einem festen Preis oder besser handeln | nur, wenn der Limitkurs erreicht wird | keine Ausführung |
| Stop Order | Einstieg bei Ausbruch oder Verlust begrenzen | wird beim Stop-Kurs zur Market Order | Ausführung unter dem Stop bei Kurslücken |
| Stop-Limit-Order | Stop mit Preisgrenze | wird beim Stop-Kurs zur Limit Order | keine Ausführung bei schnellen Bewegungen |
| Trailing Stop | Gewinne nachziehen | Stop folgt dem Kurs im festen Abstand | zu enger Abstand stoppt dich früh aus |
| Take-Profit | Gewinne am Ziel sichern | Limit Order zum Schließen der Position | Ziel wird knapp verfehlt |
| OCO-Order | Stop-Loss und Take-Profit koppeln | eine Order löscht die andere | Plattform muss OCO unterstützen |
Stop-Loss und Take-Profit sind dabei keine eigenen Ordertypen im engeren Sinn, sondern Aufgaben: Ein Stop-Loss ist technisch eine Stop Order, ein Take-Profit eine Limit Order, die jeweils eine bestehende Position schließen.
Market Order: sofort, aber ohne Preisgarantie
Mit einer Market Order, auch Bestens- oder Billigst-Order genannt, kaufst oder verkaufst du sofort zum besten verfügbaren Preis. Beim Kauf zahlst du den Briefkurs, beim Verkauf erhältst du den Geldkurs. Die Differenz dazwischen, den Spread, zahlst du bei jeder Market Order mit.
Wann die Market Order teuer wird
Der angezeigte Kurs ist nur eine Momentaufnahme. Bewegt sich der Markt schnell, etwa bei Wirtschaftsdaten oder zur Börseneröffnung, oder ist das Orderbuch dünn, wird deine Order zu einem schlechteren Kurs ausgeführt. Diese Abweichung heißt Slippage. Ein Beispiel: Du willst eine Aktie zu 50,00 € kaufen, im Orderbuch stehen zu diesem Preis aber nur 100 Stück. Für deine 300 Stück greift die Order auf die nächsten Angebote zu 50,05 € und 50,10 € zu, dein Durchschnittspreis steigt.
Wann die Market Order sinnvoll ist
Bei liquiden Werten wie großen Aktien, wichtigen Indizes oder Hauptwährungspaaren zu normalen Handelszeiten ist die Slippage meist gering. Brauchst du eine sichere Ausführung, etwa um eine Verlustposition sofort zu schließen, ist die Market Order die richtige Wahl.
Limit Order: fester Preis, aber keine Ausführungsgarantie
Mit einer Limit Order legst du den schlechtesten Preis fest, den du akzeptierst. Die Order wird nur zu diesem Kurs oder besser ausgeführt.
| Limit Order | Wo du sie setzt | Beispiel bei Kurs 100 € |
|---|---|---|
| Kauflimit (Buy Limit) | unter dem aktuellen Kurs | Kauf bei 97 € oder darunter |
| Verkaufslimit (Sell Limit) | über dem aktuellen Kurs | Verkauf bei 105 € oder darüber |
Was du bei Limit Orders beachten solltest
Erreicht der Kurs dein Limit nicht, passiert nichts. Fehlen dem Markt nur wenige Cent, verpasst du den Trade. Bei großen Orders kann es außerdem zu Teilausführungen kommen: Nur ein Teil deiner Stückzahl wird zum Limit gehandelt, der Rest bleibt offen. Werden Teile an verschiedenen Tagen ausgeführt, berechnen manche Broker die Ordergebühr mehrfach. Prüfe das im Preisverzeichnis.
Stop-Loss: Verluste automatisch begrenzen
Ein Stop-Loss schließt deine Position automatisch, sobald der Kurs eine festgelegte Marke erreicht. Technisch ist er eine Stop Order: Sie liegt bei einer Long-Position unter dem aktuellen Kurs und wird bei Erreichen des Stop-Kurses zu einer Market Order.
Warum ein Stop-Loss nicht immer zum Stop-Kurs ausgeführt wird
Weil der Stop-Loss zur Market Order wird, gibt es keine Preisgarantie. Ein Beispiel: Eine Aktie schließt bei 100 €, dein Stop-Loss liegt bei 95 €. Nach schlechten Nachrichten eröffnet sie am nächsten Morgen bei 88 €. Dein Stop wird ausgelöst und zum ersten verfügbaren Kurs um 88 € ausgeführt, nicht bei 95 €. Solche Kurslücken, sogenannte Gaps, entstehen vor allem über Nacht, am Wochenende und bei Unternehmenszahlen.
Manche CFD-Broker bieten deshalb einen garantierten Stop-Loss an. Er wird garantiert zum gesetzten Kurs ausgeführt, kostet aber in der Regel eine Prämie, die meist nur bei Auslösung fällig wird.
Wo du den Stop-Loss setzen solltest
Setze den Stop dort, wo deine Trade-Idee widerlegt ist, zum Beispiel knapp unter einer Unterstützung oder unter dem letzten Tief. Ein fester Prozentwert ohne Bezug zum Chart ist selten sinnvoll. Aus dem Abstand zum Stop und deinem maximalen Risiko pro Trade berechnest du dann die Positionsgröße, wie wir es im Leitfaden Trading lernen zeigen.
Liegen viele Stops an offensichtlichen Marken direkt unter einem Tief, werden sie oft gezielt ausgelöst, bevor der Kurs wieder dreht. Wie dieser Liquidity Sweep funktioniert, erklären wir im Wiki. Etwas Abstand zur offensichtlichen Marke kann deshalb sinnvoll sein.
Take-Profit: Gewinne nach Plan sichern
Der Take-Profit ist das Gegenstück zum Stop-Loss. Er schließt deine Position automatisch, wenn das Kursziel erreicht ist, technisch als Limit Order. So sicherst du Gewinne, ohne vor dem Bildschirm zu sitzen, und verhinderst, dass Gier deinen Plan aushebelt.
Zusammen ergeben Stop-Loss und Take-Profit das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV). Kaufst du bei 100 €, setzt den Stop-Loss bei 95 € und den Take-Profit bei 110 €, riskierst du 5 € für eine Chance von 10 €, also ein CRV von 1:2. Vor Kosten reicht dann schon eine Trefferquote von gut 33 Prozent, um nicht zu verlieren.
Stop-Limit-Order und Trailing Stop
Stop-Limit-Order
Die Stop-Limit-Order kombiniert Stop und Limit: Beim Erreichen des Stop-Kurses entsteht keine Market Order, sondern eine Limit Order. Beispiel: Stop bei 95 €, Limit bei 94 €. Fällt der Kurs auf 95 €, wird nur zwischen 95 € und 94 € verkauft. Springt der Kurs direkt auf 90 €, bleibt die Order unausgeführt und du sitzt weiter in der Verlustposition. Als Absicherung ist die Stop-Limit-Order deshalb nur bedingt geeignet.
Trailing Stop
Ein Trailing Stop folgt dem Kurs in einem festen Abstand nach oben, bei Short-Positionen nach unten, bewegt sich aber nie zurück. Beispiel: Du kaufst bei 100 € mit einem Trailing Stop von 5 €. Steigt der Kurs auf 120 €, liegt der Stop bei 115 €. Fällt der Kurs danach, wirst du bei 115 € ausgestoppt und sicherst 15 € Gewinn. Ist der Abstand zu eng gewählt, stoppen dich normale Schwankungen zu früh aus.
OCO und Bracket-Order: Stop-Loss und Take-Profit kombinieren
Eine OCO-Order (One Cancels the Other) verknüpft zwei Orders: Wird der Take-Profit ausgeführt, löscht die Plattform den Stop-Loss und umgekehrt. Eine Bracket-Order geht noch einen Schritt weiter und legt Einstieg, Stop-Loss und Take-Profit in einem Auftrag an. Ohne diese Kopplung kann es passieren, dass nach dem Take-Profit noch ein Stop-Loss im Markt liegt, der später ungewollt eine neue Position eröffnet. Ob dein Broker OCO- und Bracket-Orders unterstützt, ist ein wichtiges Kriterium bei der Wahl, das wir im Broker Vergleich berücksichtigen.
Gültigkeit: Wie lange gilt eine Order?
| Gültigkeit | Bedeutung |
|---|---|
| Tagesgültig | Die Order verfällt am Ende des Handelstags. |
| Gültig bis Datum | Die Order gilt bis zu einem von dir gewählten Tag. |
| Gültig bis auf Widerruf (GTC) | Die Order bleibt bestehen, bis du sie löschst. Manche Broker begrenzen die Laufzeit trotzdem, etwa bis zum Monats- oder Jahresende. |
| Immediate or Cancel (IOC) | Was sofort ausführbar ist, wird gehandelt, der Rest gelöscht. |
| Fill or Kill (FOK) | Die Order wird sofort vollständig ausgeführt oder gar nicht. |
Prüfe offene Orders regelmäßig. Eine vergessene Limit Order kann Wochen später ausgeführt werden, wenn sie gar nicht mehr zu deiner Strategie passt.
Typische Fehler bei Ordertypen
- Market Order bei Eröffnung oder News: Gerade zum Börsenstart und bei Wirtschaftsdaten ist die Slippage am größten.
- Kein Stop-Loss: Ohne Stop entscheidest du unter Druck, und aus einem kleinen Verlust wird schnell ein großer.
- Stop-Loss nachträglich verschieben: Wer den Stop weiter weg setzt, wenn der Kurs näher kommt, hebelt sein Risikomanagement aus.
- Stop-Limit statt Stop als Absicherung: Bei Kurslücken bleibt die Order unausgeführt.
- Verwaiste Orders: Stop-Loss und Take-Profit ohne OCO-Kopplung können nach dem Schließen eine ungewollte neue Position eröffnen.
Teste neue Ordertypen deshalb zuerst im Demokonto. Wie du das Paper Trading sinnvoll nutzt, erklären wir im Wiki.
Fazit
Die Wahl des Ordertyps ist eine Abwägung zwischen sicherer Ausführung und festem Preis. Die Market Order garantiert die Ausführung, die Limit Order den Preis. Stop-Loss und Take-Profit setzen deinen Plan automatisch um, schützen aber nicht vor Kurslücken. Wer die Ordertypen bewusst einsetzt, Stop-Loss und Take-Profit per OCO verbindet und offene Orders regelmäßig prüft, vermeidet die häufigsten und teuersten Fehler.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Limit Order und Stop Order?
Eine Limit Order wird nur zu deinem Limitkurs oder besser ausgeführt und liegt beim Kauf unter dem aktuellen Kurs. Eine Stop Order wird erst aktiviert, wenn der Kurs eine Marke erreicht, und dann zum nächsten verfügbaren Preis ausgeführt. Limit Orders nutzt du für einen günstigen Einstieg oder ein Kursziel, Stop Orders für Ausbrüche und zur Verlustbegrenzung.
Was ist besser: Market Order oder Limit Order?
Das hängt vom Ziel ab. Brauchst du eine sichere Ausführung, etwa beim Schließen einer Verlustposition, ist die Market Order besser. Willst du einen bestimmten Preis nicht überschreiten, vor allem bei wenig gehandelten Werten, ist die Limit Order die bessere Wahl.
Wird ein Stop-Loss immer zum gesetzten Kurs ausgeführt?
Nein. Ein normaler Stop-Loss wird beim Erreichen des Stop-Kurses zur Market Order. Springt der Kurs über Nacht oder bei Nachrichten über deine Marke hinweg, wird zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt, also schlechter. Nur ein garantierter Stop-Loss, den manche CFD-Broker gegen eine Prämie anbieten, schützt davor.
Was bedeutet Take-Profit?
Ein Take-Profit ist eine Order, die deine Position automatisch schließt, sobald dein Kursziel erreicht ist. Technisch ist er eine Limit Order. Er sorgt dafür, dass du Gewinne nach Plan mitnimmst, auch wenn du gerade nicht vor dem Bildschirm sitzt.
Wo sollte man den Stop-Loss setzen?
Setze den Stop-Loss an die Stelle, an der deine Trade-Idee nicht mehr gilt, etwa unter eine Unterstützung oder das letzte Tief. Die Positionsgröße richtest du dann so aus, dass du bei Auslösung höchstens 1 bis 2 Prozent deines Kontos verlierst.
Was ist eine OCO-Order?
OCO steht für One Cancels the Other. Zwei Orders, meist Stop-Loss und Take-Profit, werden verknüpft: Sobald eine ausgeführt wird, löscht die Plattform die andere automatisch. So bleibt nach dem Schließen keine verwaiste Order im Markt.
Risikohinweis: Trading ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Auch ein Stop-Loss schützt nicht vor Kurslücken. Die Inhalte dieser Seite sind keine Anlageberatung.